Umbau Dreieck Funkturm

Die Pläne der DEGES sind fertig.

Das Autobahndreieck Funkturm soll neu gebaut werden – die zentralen Brücken sind marode, die Verkehrsführung gilt als nicht mehr zeitgemäß. Ab 2023 wird für 8 Jahre gebaut, das bedeutet erhebliche zusätzliche Verkehrsbelastung der anliegenden Stadtbezirke. Die Planung sieht eine Verringerung der Ein- und Ausfahrten von jetzt 7 auf später 4 vor. Auch das bedeutet eine Verlagerung des Autobahnverkehrs von der Autobahn in die umliegenden Wohnbezirke.

Das Planfeststellungsverfahren wird zeitnah beginnen

Deshalb  haben keine Zeit zu verlieren, denn in den ersten Monaten des neuen Jahres wird das Land Berlin im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens offiziell um eine Stellungnahme zur Planung gebeten. Deshalb haben wir mit unseren Abgeordneten über das weitere Vorgehen gesprochen:

Und die Senatsverwaltung?

Eine parlamentarische Anfrage der CDU zeigt leider, dass die zuständige Senatsverwaltung den Beschluß des Abgeordnetenhauses nicht umsetzt – zu unserer Pressemitteilung:

Beschluß des Abgeordnetenhauses

In der letzten Wahlperiode hat das Abgeordnetenhaus den Senat aufgefordert, sich für eine Verbesserung der Planung einzusetzen, insbesondere für:

  • Erarbeitung eines städtebaulichen Gesamtkonzepts
  • Die Zu- und Abfahrt Messedamm im Bereich Halenseestraße in veränderter Form zu erhalten
  • die Reduzierung der Schadstoffbelastung entlang der Stadtautobahn mindestens unter die entsprechenden Grenzwerte
  • die Unterstützung des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf bei der Umsetzung eines Verkehrskonzeptes zum Schutz der Wohngebiete Klausener-Platz-Kiez und Richtung Westend im Bereich Knobelsdorffstraße / Platanenallee vor dem Durchgangsverkehr
  • Prüfung einer Nachnutzungsoption für die freiwerdende Trasse der bisherigen A 115 im Bereich Avus-Tribüne und Avus-Raststätte als Teil einer übergeordneten Radverkehrstrasse
  • Offenhaltung einer Option für eine in Ost-West-Richtung verlaufende Grün-, Fuß- und Radwegeverbindung aus dem Bereich S-Bahnhof Westkreuz in Richtung Grunewald

 

Jetzt kommt es darauf an, dass der Senat diesen Beschluss des Abgeordnetenhauses gegenüber der Genehmigungsbehörde geltend macht:

 

Unsere Meinung dazu:

 

Nicht über unsere Köpfe!

Wir, der „Arbeitskreis Verkehr und Umwelt“, sind eine Initiative des Siedlervereins Eichkamp und Anwohner der Siedlung Heerstraße, des Westends, der Knobelsdorffstraße und aus Grunewald.
Vom geplanten Umbau des Autobahndreiecks Funkturm sind wir direkt betroffen. Daher setzen wir uns kritisch mit den Planungen auseinander und streben eine stadtverträgliche, zukunftsfähige Lösung an. Im fairen Dialog mit allen Beteiligten.

Darum geht es:

Das Autobahndreieck Funkturm ist einer der wichtigsten Verkehrsknoten in Berlin. Es ist das Eingangstor zur Stadt – und hier kreuzen sich die zwei größten Verkehrsströme Berlins: der Nord-Süd-Verkehr (A100 Stadtring und AVUS) und der Ost-West-Verkehr (Heerstraße – Masurenallee / Kantstraße und Kaiserdamm). Gebaut Anfang der 60er Jahre nach dem Leitbild der autogerechten Stadt, sind die Brückenbauten des Autobahndreiecks marode und sanierungsbedürftig und entsprechen nicht mehr den heutigen Standards für Autobahnen.

Der Konflikt:

Pläne für die Autobahn

Um die Verkehrsführung im Dreieck zu vereinfachen, sehen die Pläne der Autobahnbaugesellschaft DEGES die Schließung von sieben Ein- und Ausfahrten vor. Diese sollten durch eine einzige neue Anschlussstelle an der Jafféstraße ersetzt werden, so die bisherige Vorzugsvariante der Planer.

Auswirkungen für die Stadt

Diese Planung war für Anwohner und Bezirk nicht akzeptabel. Denn: Damit würde der Verkehr nicht mehr primär auf die unbewohnten Straßen Messedamm und Masurenallee, sondern zu den Wohngebieten an Jafféstraße und Waldschulallee sowie auf Umwege durch dicht bewohnte Straßen wie die Knobelsdorffstraße gelenkt. Erhöhte Staugefahr und Unfallrisiken auf den Stadtstraßen wären die Folge.
Durch die Höherlegung der AVUS für die neue Anschlussstelle wäre eine 7-10 m (!) hohe Lärmschutzwand direkt entlang der Siedlung Eichkamp notwendig. Die Kapazität der Jafféstraße als Autobahnzubringer wäre nicht ausreichend. Das Waldstück am S-Bahnhof Messe-Süd würde abgeholzt.

Ein Erfolg der Bürgerbeteiligung

Seit Sommer 2019 artikulieren wir unseren Protest – aus Sicht der Anwohner wie aus Sicht des Bezirks und der Stadt. Lange schien es, als werde trotz unserer Kritik und unserer Gegenvorschläge über unsere Köpfe hinweg unbeirrt weitergeplant.

Doch Mitte Mai präsentierte die DEGES schließlich doch eine neue, verbesserte Planungsvariante, die auf breiten Konsens in den beteiligten Senatsverwaltungen, bei Bezirk, Bürgerinitiativen, Messe und IHK gestoßen ist:

Die neue Planung der DEGES: „Variante für die Stadt“

Die umstrittene Anschlussstelle wird von der Waldschulallee/Jafféstraße um etwa 100 Meter nach Nordosten verschoben und der geplante Zubringer von der westlichen auf die östliche Seite der AVUS verlegt. Die AVUS bleibt ebenerdig und wird an der Anschlussstelle vom Zubringer in etwa 4,5 Meter Höhe überbrückt. Nördlich der Tribüne mündet der Zubringer auf den Messedamm.

Besser, aber noch nicht genug!

Zwar scheint mit der neuen Variante für die Siedlungen Eichkamp und Heerstraße das Schlimmste abgewendet:

  • Eichkampstraße, Waldschulallee und Jafféstraße bleiben unverändert, die unfallträchtige Großkreuzung entfällt, der Wald bleibt erhalten.
  • Die Mehrbelastung der Jafféstraße als Autobahnzubringer wird von 10.000 Fahrzeugen auf die Hälfte reduziert.
  • Die 7-10 m hohe Lärmschutzwand entlang der Eichkampstraße bleibt uns erspart.

Aber:

die Neuplanung betrifft allein diese Anschlussstelle. An der Schließung der übrigen Ein- und Ausfahrten im Plangebiet wird weiterhin festgehalten. Das bedeutet weiterhin eine erhebliche Mehrbelastung vor allem der nördlich angrenzenden innerstädtischen Wohngebiete wie der Knobelsdorffstraße. Und auch in punkto Verkehrswende gibt es keine Verbesserung.

Unsere Forderungen

  • Stadtverträgliche Verkehrsflüsse
    Zumindest die unverzichtbare Autobahn Ein- und Ausfahrt Halenseestraße/Messedamm muss offengehalten werden. Eine Reduzierung der vorgegebenen Geschwindigkeit macht das möglich: Tempo 60 statt Tempo 80 im gesamten Autobahndreieck.
  • Mobilitätswende mitplanen
    Die Anbindung an ÖPNV und Busbahnhof muss verbessert und die Radroute Grunewald – S-Bahn Charlottenburg integriert werden.
  • Messeverkehr berücksichtigen
    Der Anschluss zur Messe ist so zu gestalten, dass auch an den 140 Messetagen der Verkehr nicht zum Erliegen kommt.
  • Lärmschutz
    für Wohngebiete, die durch den Umbau höheren Verkehrsflüssen ausgesetzt sind.

 

Der Arbeitskreis Verkehr des Siedlervereins Eichkamp
Kontakt: ak-fvm(at)siedlung-eichkamp.de

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